Maienzit ane nit Freuden git – jubelt uns Neidhart von Reuenthal in einem seiner Gedichte zu – und ganz klar, eine dieser Maienfreuden ist das Maiglöckchen mit seinem kokett verschämt gesenkten Blütenköpfchen und seinem betörenden Duft.
Die Kombination von freier Kalligraphie (ihr liegt keine der klassischen Schriften zugrunde) und Aquarell fasst Vieles, was den Wonnemonat Mai ausmacht, in sich: Das Braun des sich erwärmenden fruchtbaren Humus‘, das Lindgrün der Frühlingsblätter, die lichte, strahlende Luft. Die übereinandergelegten Schriftschwünge lassen beim Betrachten ein locker, leichtes Empfinden entstehen, ähnlich, wie Hans Leo Hassler in seiner berühmten kleinen Motette „Tanzen und Springen, Singen und Klingen“ musikalisch die Munterkeit und den Frohsinn des Monats Mai besingt.
Kalligrafie und Aquarell, Bandzugfeder, Aquarell- und Gouachefarben